Heavy Metal Reviews

Comeback Kid mit Xaliba
Location: Resonanzwerk, Oberhausen

e-Trado GmbH

Comeback Kid mit Xaliba

und The Greenery und Malevolence

Comeback Kid mit Xaliba

(28. März 2014) Die ersten beiden COMEBACK KID-Werke "Turn It Around" und "Wake The Dead" sind Klassiker im modernen Hardcore. Auch die Alben mit Andrew Neufeld am Mikro können alle überzeugen. Mit "Die Knowing" erschien Anfang März nach mehr als drei Jahren endlich das fünfte Album der Kanadier. In Oberhausen wird nicht nur die dazugehörige Europatour eingeläutet, sondern so feiert auch das Resonanzwerk seine Premiere als neue Livelocation im Ruhrpott.

Als ich die Halle betrete bin ich erstaunt, dass recht wenige Leute vor Ort sind. Früher war ein Konzert von COMEBACK KID ein Garant für volle Hallen. Gut, zwar ist das Resonanzwerk etwas größer, aber dennoch tummeln sich maximal 100 Leute in der Location als die erste Band MALEVOLENCE loslegt. Vielleicht liegt es daran, dass die drei Supportbands eher unbekannt sind. Nur drei Leute treten vor der Bühne in der vorderen Hallenhälfte um sich und drängen so das restliche Publikum nach hinten. Allerdings verstehe ich nicht so recht, was die Band aussagen will. Musikalisch schwankt man zwischen oberprolligem Beatdown und Metal hin und her. Oft wirken die Songs wie eine Aneinanderreihung von Parts. Auch die Performance der Newcomer darf - oder sollte - sich noch um einiges verbessern. Die Jungs wirken etwas verloren und wissen nicht so recht, was sie mit den Leuten vor sich anfangen soll.

Dies können die Briten von THE GREENERY schon etwas besser. Der rotzige und stellenweise metallisch anmutende Punk Rock der Band lockt schon einige Leute mehr in die Halle. Der Sänger der Truppe verbringt die meiste Zeit vor anstatt auf der Bühne. Die Pit-Bollos haben sich verzogen und so ist die Stimmung im Zuschauerraum auch wesentlich entspannter. THE GREENERY spielen sich routiniert durch ihre Songs, die man irgendwo zwischen Punk Rock, den GALLOWS und BLACK SABBATH einzuordnen hat. Allerdings wirkt Sound und Performance nach mehr als einer viertel Stunde etwas einseitig und so ist es kein schmerzlicher Verlust als die Band nach einer halben Stunde die Bühne verlässt. Platz gemacht wird für XIBALBA, Beatdown der primitivsten und asozialsten Sorte. Musik ist das Gestampfe keine mehr und die paar um sich schlagenden und ins Publikum tretenden Karate-Spakos im Pit vorne sind eine Beleidigung für die Hardcore-Szene - wenn nicht sogar für die gesamte Spezies Mensch. Nach zwei Minuten muss ich leider rausgehen, um nicht nicht zu übergeben.

Wie man Hardcore 2014 zu spielen hat, beweist COMEBACK KID. Die Kanadier verbinden musikalisches Können mit energiegeladenen Hardcore-Perlen. Auch beim Tourstart macht die Band eine extrem gute Figur, auch wenn die Bühne scheinbar etwas zu hoch für Frontmann Andrew Neufeld ist, um mit den Fans ums Mikrofon zu rangeln.Das drückende 'Die Knowing' eröffnet das Set der Truppe als idealer Einstieg, wenn man auf ein Intro verzichten mag. Als direkt danach 'False Idols Fall' vom Klassiker "Wake The Dead" ertönt, gibt es kein Halten mehr bei den Fans. Ab jetzt nimmt die Show immer mehr an Fahrt zu. Besonders die Nummern der ersten drei Releases werden euphorisch aufgenommen. Aber auch die vier "Die Knowing"-Songs ('Die Knowing', 'Wasted Arrows', 'Should've Known Better' und 'Losing Sleep') kommen gut an und beweisen bereits die Textsicherheit der Fans. Auch die "Turn It Around"-Tracks scheinen wahre Publikumslieblinge zu sein und so klingen die Sing-alongs von 'All In A Year' und 'Give and Take' extrem dick. Schade ist allerdings, dass die Band nicht mehr 'Die Tonight' spielt. Auf den unzähligen "Broadcasting..."-Touren kam der Song nämlich ebenfalls sehr gut an. Nach 16 Songs folgt das obligatorische 'Wake The Dead', welches so ziemlich jeden vor die Bühne zieht. In einer etwas kleineren oder zumindest gefüllteren Halle wäre die Nummer noch besser gewesen. Aber auch so war der COMEBACK KID-Auftritt mehr als gelungen. Da darf man sich schon auf die noch folgenden Shows freuen.

Text © by Sebastian Berning