Heavy Metal Reviews

Location: Turbinenhalle, Oberhausen

e-Trado GmbH

Parkway Drive

Heavy Metal Reviews

(12. April 2012) Dass eine Band wie PARKWAY DRIVE mal Hallen füllt, welche gut 3000 Leuten Platz bietet, hätte sicherlich vor ein paar Jahren niemand gedacht. Doch die Australier gehören zu den führenden Acts der Metalcore-Szene und auch wenn man zum immer noch aktuellen Werk "Deep Blue" etliche Male zu sehen war, kommen immer mehr Menschen zu einer Show der Gruppe. Dies liegt vielleicht auch an dem hochkarätigen Support. Als erste von den drei Supportbands sind die Australier von CONFESSION an der Reihe. Die Formation um den alten I KILLED THE PROM QUEEN-Sänger Michael Crafter scheint einige Fans mobilisiert zu haben. Schon die ersten Töne von 'Asthma Attack' werden frenetisch abgefeiert von den anwesenden Fans. Vor der Bühne entsteht der erste Pit zu den mehr als wuchtigen Breakdowns des Quintetts. CONFESSION strotzen nur so vor Spielfreude. Man liefert einen guten Mix aus den beiden Alben "Cancer" und "The Long Way Home", leider wird aber die EP "Can't Live, Can't Breathe" komplett außen vor gelassen. Dafür sind Tracks wie 'Heartless', 'She's Not What She Seems', 'Hopeless/Confused' oder 'That's Not The Goose' sehr gut an. Besonders viel Freude bereitet aber das LIMP BIZKIT-Cover 'Break Stuff'. Nach dreißig unterhaltsamen Minuten machen CONFESSION aber die Bühne frei für die nächste Band. MISS MAY I sind an der Reihe. Sie sind musikalisch das perfekte Bindeglied zwischen dem Metal-lastigen Sound von PARKWAY DRIVE und dem Breakdown-verseuchten CONFESSION und THE GHOST INSIDE. Mir persönlich ist das Material dann etwas zu metallisch. MISS MAY I bieten Blastbeats, schwedische Leadgitarren, ab und an klaren Gesang und auch massig Breakdowns. Dem Publikum scheint die Gruppe aber zu gefallen, auch wenn der Applaus etwas verhaltener als bei CONFESSION ausfällt. Die Performance der Jungs ist dennoch recht gut und man weiß die Meute vor der Bühne zu animieren. Doch erst bei THE GHOST INSIDE rastet die Masse so richtig aus. Die Amerikaner sind besonders durch ihr zweites Werk "Returners" ziemlich beliebt geworden. In Oberhausen präsentiert man aber auch Material vom Debüt "Fury And The Fallen Ones" wie 'Destined' oder das knallende 'Faith or Forgiveness'. Die Hits sind allerdings ganz klar von "Returners". Egal ob 'Chrono' oder 'Greater Distance', mit welchem THE GHOST INSIDE übrigens ihre Show begonnen haben, das Publikum mosht und springt wie wild durch die Turbinenhalle. Der große Hit des Sets ist aber mit Abstand 'Unspoken' bei dem Band und Fans noch einmal Vollgas geben. THE GHOST INSIDE können während ihrer 35 Minuten Spielzeit voll überzeugen. Doch von den Vorbands haben mir persönlich CONFESSION etwas besser gefallen. PARKWAY DRIVE sind allerdings der verdiente Headliner des Abends. Vom ersten Ton des Openers 'Unrest' an haben die Surferboys die Oberhausener Turbinenhalle völlig in der Hand. Das Quintett wird dem Hype, der um sie herum besteht, mal wieder vollkommen gerecht. Einziger Wehrmutstropfen ist vielleicht, dass das Debütalbum "Killing With A Smile" nur mit zwei Songs bespielt wird. Dennoch sind Tracks wie 'Boneyards' samt seinem mordsbrutalen Breakdown oder 'Deliver Me' erstklassig.

mit The Ghost Inside, Miss May I und Confession

Die Performance der Jungs lässt wirklich nichts zu wünschen über. Man ist weit entfernt von der Band, welche ich auf dem Pressure Fest 2007 das erste Mal zu Gesicht bekam. Man interagiert wesentlich besser mit dem Publikum und ist besser aufeinander eingespielt. Es wird auch ein neuer Song geboten, der auf dem bald erscheinenden Album enthalten sein wird. Man kann jetzt schon sagen, dass er den PARKWAY DRIVE-Standard auf jeden Fall erfüllt und man gespannt auf das fertige Werk sein kann. Nach dem Killersong 'Romance Is Dead' ist erst einmal Schluss. Doch kehrt man für 'Carrion' noch einmal auf die Bühne zurück. Dann ist aber nach 70 schweißtreibenden Minuten Schluss. Man darf schon auf das nächste Album der Jungs gespannt sein - und natürlich auf die darauf folgende Tour.

Text © by Sebastian Berning