Heavy Metal Reviews

Kiss Rezensionen

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Kiss – Asylum

Heavy Metal Reviews

Ist „Asylum“ vielleicht das KISS-Album der 80er? Oder gar das beste ungeschminkte Album? Es liegt zumindest ganz klar auf Augenhöhe mit dem 1992er Glanzwerk „Revenge“, welches in meinen Augen sogaer knapp vor „Love Gun“ und „Rock And Roll Over“ liegt. Stanley ist klar der kreative Kopf 1985. Exciter, das grandiose Stadion-Rock-Kino im Refrain von Who Wants To Be Lonley?, das metallische I’m Alive, Tears Are Falling oder Uh! All Night (welches übrigens im Refrain an Heaven’s On Fire vom Vorgänger erinnert) sind absolute Spitzenlieder. Gene Simmons liefert mit dem Rocker Any Way You Slice It ein Paradebeispiel für jede Cock Rock-Truppe der Mittachtziger. Der neue Gitarrist Bob Kulick bringt sich gut ein in die Band. Besser waren KISS sicherlich selten. „Asylum“ stellt ein absolutes Hitfeuerwerk dar. Selten war die Dichte von Hits größer als hier. Man merkt, dass besonders Paul die neue Ausrichtung seiner Truppe liebt und auch lebt. Die absolut verrückten Outfits und das aufgetakelte Styling sagen dem damals 32 jährigen genauso enorm zu wie die großen Stadionrefrains. Ganz zu unrecht werden die ungeschminkten Jahre von KISS totgeschwiegen und (auch von Gene selber) schlecht geredet. Welcher Rockfan kann einem erstklassigen Release wie „Asylum“ ernsthaft wiederstehen? KISS klingen nun einmal nicht mehr wie auf „Dressed To Kill“ oder „Destroyer“, sondern (für damalige Verhältnisse) absolut zeitgerecht. Und wenn ich ehrlich sein soll: „Asylum“ ist das beste KISS-Album.

Kiss – Music From „The Elder“

Kein KISS-Album ist unbeliebter bei Fans als “Music From The Elder”. Zudem ist es auch das erste Album welches in den USA nicht einmal Goldstatus erreichen sollte. Kiss wollten ein Konzeptalbum ähnlichen Ausmaßen wie „Tommy“ von THE WHO oder „Sgt Pepper’s Lonley Hearts Club“ von den BEATLES. Rausgekommen ist aber eine unverständliche Story mit wenig guten Songs. KISS waren selten pompöser und vielseitiger als auf „Music From The Elder“. Paul metallisiert mit dem Hauptriff von The Oath den KISS-Sound, Gene schreibt mit dem gnadenlos verkannten I eine Hymne und selbst das von Paul weinerlich vorgetragene Just A Boy bleibt zumindest im Gehörgang hängen – ob das positiv oder negativ zu verbuchen ist, soll besser jeder selber entscheiden. Der Rest der Band und des Album bleibt eher unauffällig. Wenig weiß zu überzeugen, wenig bleibt beim hören hängen. Dennoch war das Album in Deutschland und anderen Ländern des alten Kontinents recht erfolgreich durch die Nachschwingungen von I Was Made For Loving You und „Dynasty“. Zur Platte gab es keine Tour, nur in einer TV-Show wurden drei Songs dieses Outputs gespielt. Mit dem Nachfolger „Creatures of The Night“ konnte man aber wieder einige Fans versöhnen. Mit Sicherheit ist „Music From The Elder“ das skurilste Album der KISS-Discographie, sogar noch mehr als der Grunge-Brocken „Carnival of Souls“ von 1995 bzw. 1997, wo man mit einem offiziellen Release den zahlreichen Bootlegs entgegen wirken wollte.

Text © by Sebastian Berning