Heavy Metal Reviews

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Kiss – Lick It Up

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KISS lassen die Schminke weg! Nach den kommerziellen Totalausfall von „Music From The Elder“ und dem härteren „Creatures Of The Night“, welches zwar Gold einheimsen kann, aber nicht mit alten Erfolgen zu vergleichen ist, sucht die Band neue Wege um Aufmerksamkeit zu erregen. In einer MTV-Show tritt die Truppe erstmals ohne ihr markantes Make-Up auf. Musikalisch richtet man sich auf „Lick It Up“ nach dem aufsteigenden Glam Metal. MÖTLEY CRÜE, QUIET RIOT oder RATT. Waren diese Gruppe allesamt von KISS beeinflusst, schauen sich nun die Altmeister einiges ab. Allein der Titeltrack ist ein Klassiker. Viele Fans mögen die ungeschminkte Phase von KISS nicht sonderlich, dabei brachten genau diese Alben KISS wieder auf einen kommerziellen Erfolgskurs. Mit A Million To One liefert Paul Stanley eine seiner besten Kompositionen ab. Die Power-Ballade, die eigentlich keine vollwertige ist, besitzt einen der mächtigsten Refrains, die das einstige Starchild je geschrieben hat. Auch Gene Simmons scheint aus seinem End 70er/Früh-80er Koma zu erwachen und bringt sich wieder wesentlich mehr ein als auf den letzten Werken. Sieben der zehn Tracks sind von oder mit ihm geschrieben, darunter auch das wilde Young And Wasted und das üble Not For The Innocent. Einzig das sonderbare, von der gesamten Band komponierte, All Hell’s Breaking Loose ist mit seinen fast von Paul gerappten Strophen ein kleiner Ausfall nach unten. Insgesamt ist „Lick It Up“ erneut ein starkes Album der Band. Einen Tick besser als „Creatures Of The Night“ ist es auch, stinkt allerdings gegen die anderen unmaskierten Alben mit Ausnahme von „Carnival of Souls“ ab. Dennoch: Für KISS- und Glam Metal-Fans gibt es keine Ausrede, sich dieses Album nicht zu zulegen.

Kiss – „Animalize“

Nach dem Befreiungsschlag „Lick It Up“ geht es mit „Animalize“ 1984 weiter auf Glam Metal-Pfaden. Besonders Paul blüht nun völlig auf und übernimmt das kreative Ruder der Band währen Simmons wieder ein eine Art Kreativkoma fällt. Schon der Opener I’ve Had Enough (Into The Fire) ist ein knalliger Opener vor dem Herren. Mit Sicherheit ist dies eine der Glanzleistungen Stanleys was Albumopener angeht. Besonders der Refrain bietet eine hervorragende Gesangsdarbietung. Für die Charts gibt es dann direkt darauf das geniale Heaven’s On Fire, welches einen derart catchy Refrain hat, dass es nahezu kriminell ist. Dann kommen allerdings wenig Highlights, dafür durch die Bank ordentliche Ware. Egal ob das lässige Burn Bitch Burn oder Lonely Is The Hunter. Insgesamt besticht “Animalize” aber besonders durch die beiden starken Eröffnungsnummern. Diese gehören auf jeden Fall zu den stärksten Momenten der 80er-KISS. Vielleicht hätte man Heaven’s On Fire in die Albummitte packen sollen, anstatt die beiden Hits des Werks direkt am Anfang zu verpulvern. Dies löste man auf nahezu allen anderen Alben besser. „Animlize“ gehört dennoch nicht nur wegen des obercoolen Artworks in jede Rock-Sammlung, sondern auch, weil KISS keinen einziges Füller verbuchen können und dafür zwei absolute Granten.

Text © by Sebastian Berning