Heavy Metal Reviews

Kiss Rezensionen

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Kiss – Sonic Boom

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Nach elf Jahren erscheint nach dem durchwachsenen „Psycho Circus“ 2009 mit „Sonic Boom“ doch noch ein neues KISS-Album. Dies stellt schon eine Sensation dar, da Simmons und Co stets behaupteten, dass niemand neues Material der Rocker hören will. Das neunzehnte Studiowerk wurde dafür allerdings sehr gut von den Fans aufgenommen. Es erinnert schon sehr an eine nicht ganz so hart rockende Version von „Rock And Roll Over“. KISS zeigen sich von ihrer besten Seite und haben zum ersten Mal seit langem keine externen Songwriter engagiert, die ihnen beim Songwriting unter die Arme greifen. Auch sitzt erneut Paul Stanley hinter den Reglern. KISS wollen es wohl allen beweisen, dass sie es immer noch können. Und wie so oft sind es besonders die Nummern die Stanley singt, die das Album auszeichnen. Der knackige Opener Modern Day Deliah rockt mehr als ordentlich und zeigt spielend leicht, dass man KISS auch 2009 immer noch ernst nehmen muss. Anders als die Kollegen von AC/DC oder MOTÖRHEAD haben KISS nämlich mehr als zwei Songs in drölf Variationen zu bieten. Zwar klingt „Sonic Boom“ nicht so anders wie 1980 „Unmasked“ oder so unerwartet hart wie „Rock And Roll Over“, dennoch liefert das Quartett ein mehr als erfrischendes Werk. Songs wie das eingängige Danger Us oder der coole Rocker I’m An Animal sind großartige KISS-Tracks, die sich nicht vor alten Gassenhauer zu verstecken brauchen. „Sonic Boom“ ist ein mehr als gelungenes Comebackalbum geworden. Man darf zu recht gespannt sein ob man sich auf dem im Sommer 2012 erscheinenden Album „Monster“ noch weiter steigern kann. Zwar ist diese Platte nicht unbedingt eine der drei besten Platten von KISS, doch muss man sich nicht vor (vermeintlichen) Klassikern wie „Dynasty“ oder „Lick It Up“ schämen.

Kiss – Creatures of the Night

Nachdem der erhoffte Erfolg bei „Unmasked“ ausblieb und „(Music From) The Elder“ auch nicht gerade ein Liebling von Fans und Kritikern war, haben KISS mit „Creatures Of The Night“ wieder ein erstklassiges Album abliefern können. 1982 klingt man wieder härter und man hat mehr Biss als zuvor. I Love It Loud, Creatures Of The Night und Rock And Roll Hell sind absolute Fanlieblinge. KISS können also doch noch richtig gute Songs schreiben, die auch die Fans hören wollen. „Unmasked“ war zwar besser als oft behauptet wird, ist aber doch eben eine ziemlich poppige Platte. „(Music From) The Elder“ hingegen konnte einfach wirklich wenig. Daher waren 1982 viele Fans überrascht mit „Creatures Of The Night“ doch noch ein so gutes Werk zu hören. Mit Killer, War Machine und der Powerballade I Still Love You sind zudem noch weitere, leider vergessene, Perlen zu hören. Schade ist nur, dass Stanley nur auf vier der neun Songs singt. Auf den anderen ist Simmons zu hören, welcher mit I Love It Loud einen seiner letzten erstklassigen Songs für eine lange Zeit liefern soll. Übrigens hat der kanadische Schmuserocker Bryan Adams bei Simmons Stampfer War Machine mitgewirkt. „Creatures Of The Night“ ist gelungen, doch nur der Anfang. Die nächsten Alben sollen allesamt noch mehr Qualität liefern, was vielleicht auch daran liegt, dass sich Stanley hier sehr in den Mittelpunkt drängt, weil Simmons zu beschäftigt mit seinen vielen anderen Projekten war. Dieses Album ist das Bindeglied zwischen KISS wie man sie kennt und den KISS, welche in den 80ern bis in die 90er rein ohne Schminke auftreten werden.

Text © by Sebastian Berning