Heavy Metal Reviews

Location: AK 47, Düsseldorf

e-Trado GmbH

Wolf Down mit Benchpress und Giver

Wolf Down mit Benchpress und Giver

(17. Januar 2014) In der deutschen Hardcore-Szene ist im Moment sicherlich keine Band so heiß wie WOLF DOWN. Der female-fronted Hardcore der Ruhrpotttruppe findet sogar auch im Ausland anklang. So endet die zweiwöchige Europatour von WOLF DOWN im schönen Düsseldorf. Genauer gesagt im autonomen (Punk-)Schuppen AK 47.
Da es nur Karten an der Abendkasse gibt, ist die Schlange schon recht lang bevor überhaupt die Türen aufgehen. Sportliche sechs Euro Eintritt soll dieser Konzertabend nur kosten und somit ist es keine all zu große Überraschung, dass nach gut 40 Minuten bereits alle 180 Karten verkauft sind.

GIVER aus Paderborn dürfen heute den Platz des Local Supports einnehmen. Von Einlass bis die Gruppe, die Bühne stürmt vergehen gute 90 Minuten. Und dann ist das Gebotene zu anfangs noch etwas komisch. Leicht schräger, dennoch melodischer Hardcore schallt aus den Boxen. Bis auf den Bassisten sind die Paderborner über die Distanz der ersten zwei Songs noch recht verhalten. Langsam steigert man sich aber - was die Performance angeht sowie musikalisch (dabei stammen fast alle gespielten Songs von der “Choking On Pride“ EP). Auch das Publikum taut vereinzelt auf und so gibt es gegen Ende des 25 Minütigen Sets sogar einen kleinen Sing-along.
Dass sich viele der Anwesenden auf BENCHPRESS gefreut haben, ist mir nach dieser Show ein Rätsel. Selten habe ich eine dermaßen langweilige Truppe gesehen. Der mosh-lastige, eher im unteren Tempo anzusiedelnde Hardcore der Amerikaner ist ohnehin schon ziemlich unspektakulär, doch gipfelt die Langeweile in ein fast zwei Minuten langes instrumentales Intermezzo, währenddessen der Sänger einfach nur auf der Stelle steht. Selten hat man Hardcore, egal welcher Ausrichtung, schlechter präsentiert.

Wie man es zu machen hat, zeigen WOLF DOWN direkt im Anschluss. Von der ersten Sekunde an stürzt sich die Band um die zierliche Sängerin Larissa in die Performance und gibt Vollgas. Animiert durch die sehr starke Leistung der Gruppe, gibt es schnell einen gut gefüllten Moshpit vor der kleinen Bühne. Besonders bei den Nummern vom Debütalbum “Stray From The Path“ gibt es kein Halten mehr - egal ob man vor oder auf der Bühne steht. Der Titelsong, ‘Crown of Thorns‘ oder ‘Treasures of The World‘ scheinen wahre Fan-Favoriten zu sein. Aber auch Material von den beiden EPs “MMXI“ und “Renegades“ kommt nicht wirklich viel schlechter weg.
Auch wenn auf der Bühne viel los ist, so geht es im Pit noch viel wilder zu: Man muss sogar vom Clubbesitzer drauf hin gewiesen werden, dass man sich doch nicht an die Gerüste für die Lichtanlage hängen soll, da diese abbrechen könnten. Auch so manch Stagedive fällt nicht gerade harmlos aus, doch tut das alles der Stimmung absolut keinen Abbruch - eher im Gegenteil! Die einzigen Verschnaufpausen gibt es zwischen den Songs, wenn Sängerin Larissa die ein oder andere Ansage macht, welche natürlich meist politisch ausfallen und sich mit Themen wie Sexismus befassen.
Nach etwas über einer halben Stunde verabschiedet sich die Band und hinterlässt ein mehr als glückliches Publikum. Ich bin mir sicher, dass man WOLF DOWN nicht mehr lange in so kleinen Läden sehen wird. Der große Hype sollte 2014 folgen.

Text © by Sebastian Berning